Capa

Wenn auf der Bühne glasklarer Elektropop von wuchtigem Emo-Geballer zerstückelt wird und dazwischen ein nervös zuckender Sänger verhallte Refrains ins Dunkel schreit, seid ihr wahrscheinlich auf einem Captain Capa Konzert. Das Dreiergespann hat nach vier Jahren Selbstfindungstrip, Besetzungswechsel und EP-Experimenten endlich ein frisches Album am Start und es unbescheiden “This Is Forever” getauft. Ein bunter, zügelloser Pop-Bastard ist es geworden – genau das also, was die Jungs seit Jahren live auf die Bretter stellen. Eine schonungslos intime, elektronische Bestie, die am laufenden Band Klischees auftischt, bricht und im selben Atemzug wieder über Bord wirft. Dass die sägenden Synth-Wände, die durch den elektronischen Fleischwolf gedrehten Collegerock-Parolen oder die flimmernden Eighties-Gitarren zwischen den astreinen Popsong-Gerüsten hier und da Fragezeichen hinterlassen ist völlig okay. Bei Captain Capa geht es ganz einfach und ungeschönt um Feelings! Das ist für eingefleischte Fans die Therapiesitzung des Jahres und für zögernde Kopfschüttler am Ende doch die unterhaltsamste Überraschung des Abends. Captain Capa haben noch Platz in ihrer Selbsthilfegruppe und erwarten euch mit offenen Armen im Blitzlicht.

 

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